Glaubens-Jazz – Mut zum Improvisieren

Shownotes

Was passiert, wenn man Jugendliche einfach zum Gottesdienst einlädt? Und was, wenn statt der erwarteten 20 plötzlich 140 Menschen in der Kapelle sitzen?

Jan erzählt aus seinem neuen Alltag als Seelsorger auf einer Burg: von überraschenden Begegnungen, gemeinsamem Singen und einer Stille, die eine ganze Kapelle trägt. Mit Clemens entdeckt er dafür ein Bild: Glaubens-Jazz.

Es geht um den Mut, das zu teilen, was uns heilig ist – auch wenn andere damit noch wenig anfangen können. Um Gastfreundschaft, persönliche Verletzlichkeit und das Vertrauen, dass Begegnung wachsen darf. Und darum, warum Improvisation einen festen Boden braucht: Zeit zum Ankommen, Vorbereiten und Innehalten.

Eine Folge über lebendigen Glauben, der sich auf Menschen einlässt.

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00:00:07: Jan, du kannst was berichten.

00:00:10: Lieber Clemens ich grüße dich und alle Glaubensdenker innen herzlich!

00:00:14: Ich kann etwas berichten?

00:00:18: Ich wohne seit einiger Zeit auf einer Burg eine Jugendbildungsstätte Und die Sommerferien sind dann doch auch in Nordrhein-Westfalen irgendwann zu Ende gegangen.

00:00:25: Das bedeutet dass hier gerade sowas wie der Alltag also denen es eigentlich nicht gibt.

00:00:30: aber so etwas Ähnliches ist jetzt eingetreten eingezogen.

00:00:34: In diese Burg vor allem wird das Gebrächt von Schulklassen gekommen.

00:00:39: Schulstufen, gerade am Anfang des neuen Schuljahres gibt es dann so Kennlern-Tage, Orientierungstage auch schon Tage religiöse Orientierung von bestehenden Schulkassen und ich muss mich erfinden als Seelsorger hier für diese Hallen dieser heiligen Hallen die beiden Kapellen denn es gibt keine Personalgemeinde.

00:01:06: Also wenn hier eine Gemeinde zusammenkommt, die Gottesdienst feiert, die irgendwie Liturgie feiert.

00:01:11: Dann habe ich sie zusammengeklaubt!

00:01:15: Das heißt also... Ich muss mich immer so andienen und sagen Moin, ich bin der Neue, ich wohne jetzt hier, ich sind Priester- und Seelzorger Und wenn du Lust hast morgen früh, morgen Abend mal ganz anders in den Tag zu starten oder den zu beenden dann bist du herzlich willkommen.

00:01:33: Du kannst

00:01:33: noch ein Motto hab da Bock

00:01:35: eine exakt ja und das, das trifft auf neugierte Irritation gute Laune.

00:01:44: Das ist etwas sehr exotisches für Menschen vor allem weil ich dann ja so

00:01:48: wenn

00:01:49: es auch Tagesformer pämig wie ich gerade in der Lage bin auf Gruppen zuzugehen?

00:01:55: Da komme ich aus der Torte gesprungen oder spreche ich erst mit den Gruppenverantwortlichen und frage um Erlaubnis.

00:02:02: Was du

00:02:03: tust, das hatten wir aus der Verhandelung, kennt man das gut?

00:02:09: Du gehst in eine Situation rein und gibst die Leuten Verhandlungsoptionen, du gehst rein sagst, habt da Bock!

00:02:16: Und die müssen sie jetzt wirklich überlegen... ... geschreichen an, weil ich sage, ich glaube dich an Gott.

00:02:21: Lass mich in Ruhe.

00:02:22: oder sagen die du bist ja verrückter Vogel... ...oder dann sagen sie, ja ich hab Bock.

00:02:26: Also da haben wir wenig Möglichkeiten zu antworten.

00:02:29: Du gehst ja provokant da rein, du hast ja gar keine Strahlung.

00:02:35: Ich habe verschiedene Strategien schon so ausprobiert und...

00:02:40: Welche funktionieren am besten?

00:02:42: Ja, aber kann ich noch gar nicht sagen.

00:02:45: Also die Sinsspitze meiner Erzählung, die ich heute irgendwie so mitbringe ist... Es war jeweils gut!

00:02:53: Gut im Sinne von.

00:02:54: es hat danach ein Gottesdienst und ihm eine Gottesbegegnung stattgefunden.

00:03:00: Es ist eigentlich immer freiwillig, weil da kommt dann eben eine Schuhklasse für Klassengemeinschaftstage.

00:03:10: Wir sind nach irgendeiner Klassenzusammenwürfelung jetzt neu aufgestellt und sollen sich erst mal am Anfang des Schuljahres finden als Klasse.

00:03:17: Da gibt es keinen religiösen Impact, die kommt zu uns wie in eine Jugendherberge mit ihren eigenen LehrerInnen und wir hosten nur... Das heißt, wir sind nicht inhaltlich an Bord für diese Angebote.

00:03:30: Trotzdem bin ich ja jetzt als Seelsorger da Sorge dann für ein Angebot an den Randbereichen des Tages, dass das also nicht in deren Bildungseinheiten reinfummelt.

00:03:42: Das heißt es ist entweder vor dem Frühstück was hier für Jugendliche in so Auszeittagen schon früh ist, das ist dann acht Uhr von acht bis halb neun und es noch bis neun Uhr Frühstücks und dann geht im Regelfall um neun oder die Einheit los?

00:03:58: Oder es ist nach dem Abendessen Und manchmal kollidiert es damit im freiwilligen Abendangebot oder die Lehrerinnen sagen, ja wenn ihr zum Gottesdienst wollt dann geht das um Gottesdienste.

00:04:07: Es ist dann so um neunzehn Uhr.

00:04:09: also nur wenn ich weiß was nur wenn's nur wenn es eigene Angebote sind, die wir machen kann Ich mit den teamenden absprechen Leute passt habt ihr Lust auf ein Gottesdiens?

00:04:19: passt dass sie in euren Planen oder in die Gruppendynamik in den Prozess, den Sie mit der Gruppe macht oder vorhabt könnt euch vorstellen innerhalb des Kursgeschehens Also dann vor dem ... Abendessen oder nach dem Frühstück eine Wortgottesdienst, ... ... sondern euchressiv einzufallen.

00:04:34: Also das ist jetzt wirklich kein Alltag, sondern es ist immer so Verhandlungen und manchmal ... ... ist mein Tagesstruktur.

00:04:40: dann habe ich am Abend irgendwelche Termine... ... oder am Morgen zum Beispiel ein Podcasttermin,... ... dass sich nicht um acht Uhr ne Messe feiern kann.

00:04:47: also ganz konkret gestern vorgestern Dienst-, ... ... Mittwoch war ich wieder auf der Burg, ich war eine Weile nicht da, ... Und das Wetter war hervorragend.

00:04:57: Das war der letzte Sommertag vielleicht und alle schildten draußen, die Burg ist Picke-Packe voll!

00:05:01: Wir haben jetzt zwei Gruppen mit freiwilligen Diensten also BFD oder FSJ, die hier beteamt werden.

00:05:09: Total heterogen, junge Erwachsene.

00:05:11: Dann haben wir drei Kursgruppen Schulen, drei Schulklassen, die von unseren eigenen Leuten auch beteimt werden und die schilden alle irgendwie draußen herum um die Burg.

00:05:21: Ich habe so einen kleinen Spaziergang um die Bug gemacht kurz mit den Tiefen in der Quatsch, die ich ja irgendwie alle kannte und mich dann vor den Leuten, die da gerade saßen und irgendwas gearbeitet haben, Fragebögen ausgefüllt haben im Gespräch waren.

00:05:33: Ich habe die kurz interuptet und gesagt Leute, guten Tag!

00:05:36: Ich bin Jan, ich arbeite hier, ich bin Priester- und Seesorger.

00:05:39: Morgen früh hebt ihr die Möglichkeit um acht Uhr Gottesdienste zu fallen mal ganz anders an den Tag zu starten eine kleine Messe.

00:05:45: Eine halbe Stunde Und dann hab' ich mutig gesagt wir nehmen die große Kapelle.

00:05:49: also wir haben hier ne kleine Kapele für so Die Turmkapelle, das sind so... weiß ich nicht.

00:05:53: Entspannt sind da achtzehn, zwanzig Leute drin und wir haben die Michelskapeller gehen auch hundertvierzig rein!

00:05:58: Und dann habe ich gesagt, komm' ich bereite vor in der Michelskapelle in der Großen weil ich dachte wird voll.

00:06:05: und ich sage dir Wir waren gestern morgen zwanzige Personen und jetzt bin ich froh dass es nicht die Turm Kapelle war.

00:06:11: Da kannst du dich nicht so gut verstecken Vor allem wenn du der Sache, wenn du nicht so genau weißt worauf hast du dich eingelassen?

00:06:17: Das geht in den Michelskapelle.

00:06:18: dann besser.

00:06:21: schön für meinen empfinden, dass ich ganz besählt in den Tag gestartet war und im Laufe des Tages hatte ich ein Gespräch mit einem vielleicht sechzehnjährigen.

00:06:30: Der sagte gibt's morgen wieder einen Gottesdienst?

00:06:34: Wir haben erzählt von den anderen erzählen uns würden jetzt mehr kommen!

00:06:39: Und dann habe ich gesagt ne ich hab jetzt eine Podcastaufnahme.

00:06:44: Also eigentlich ist es auch gut, ich will das nicht überzeichnen und ob wirklich jetzt mehr gekommen werden.

00:06:49: Aber egal der Impuls war da!

00:06:52: Und wie herrlich ist das?

00:06:54: Wie großartig ist

00:06:55: das?!

00:06:57: Ich kenne eine Verkannungsstrategie, ich weiß wie du's machst.

00:07:00: Das ganz grundsätzliches Charme-Offensive.

00:07:06: Es ist ganz wichtig.

00:07:07: die Leute reagieren auf Charme und das kannst du fantastisch.

00:07:14: Ein letztes Grinsen, ein bisschen verschwitzt und dann reagieren die Leute.

00:07:19: das ist eine Reaktion.

00:07:20: Da müssen Leute können nicht böse sein in dem Moment.

00:07:22: Denken wir mal...

00:07:23: Nein!

00:07:23: Böse sind sehr verrückt.

00:07:25: Die Frage ist ja von diesem kurzen Lächelmoment über den Tag stehen die deshalb ne halbe Stunde früher auf?

00:07:32: Oder nicht?

00:07:33: Das

00:07:35: ist das in West.

00:07:38: Ich werde meinen Zahnarzt Grüße ausrichten.

00:07:40: Das hat sich alles gelohnt.

00:07:43: Die Dramen der letzten zwanzig Jahre haben sich alle gelohnt.

00:07:46: Gut, gut, sehr schön!

00:07:48: Ja...

00:07:48: Aber was zieht sich da raus?

00:07:49: Also was ist das für dich?

00:07:50: Was bedeutet es jetzt für dich dass du solche Möglichkeiten hast und dass die Leute auch entsprechend darauf eingehen?

00:07:57: Tatsächlich ist das eine Frage und ich habe da mehrere Antworten drauf.

00:08:00: erstens wir Christen wenn wir es ernst meinen mit Nachfolge und Zeugnis geben Wir sollten weniger Angst haben beziehungsweise offensiver Einladen, zu dem was uns heilig ist.

00:08:19: Einladend und dann gibt es einen Nachklapp.

00:08:23: ich darf da nicht traurig sein wenn jemand das was mir heilich ist nicht begreift also nicht versteht.

00:08:30: Also ja genau also Ich muss dann ich muss dann irgendwie wenn ich mich auf diesen Weg begebe toleranter Und offen offenerziger sein mit Menschen die erstmal da sind und vielleicht sich haben locken lassen, aber keine Ahnung haben.

00:08:47: Und das was mir heilig ist muss ich irgendwie sagen.

00:08:49: Ich muss das sagen.

00:08:49: wir müssen vor allem die Hauptamtlichen natürlich wie hauptamtliche.

00:08:54: Christian und Christen müssen ein bisschen mutiger von dem erzählen was uns heilich ist und mehr ins Risiko gehen dass das Heilige da nicht sofort begriffen wird.

00:09:07: Also zum Beispiel also ein Beispiel wenn ich dann ich habe zu einer Eucharistiefeier eingeladen Das ist die Hochform.

00:09:15: Also euch heißt die Feier ist immer, die hochform unserer Liturgie und da gibt es dann die Hostie- und manchmal Kelchkommunion.

00:09:26: Und wenn wir nur irgendwie zehn Personen sind, die kommen dann vielleicht hier aus dem Haus und Mitarbeitende oder Teamarinnen... Da gebe ich auch schon mal die Kelchkomunikation.

00:09:35: Das muss ich wenig sagen weil dann ist irgendwie, sind die Dinge klar?

00:09:39: Die Antworten sind da und wissen wie in die katholische Messe geht.

00:09:43: bei so einer Bande gestern Morgen, ist das nicht klar.

00:09:47: Und dann ist die Frage wie gehe ich mit der Eucharistie um?

00:09:51: Mit dem was mir heilig ist?

00:09:53: also wie groß mache ich den... Das Onboarding oder wie barrierefrei gehe ich damit um?

00:09:59: Ich habe gestern gesagt ihr seid alle eingeladen und wenn jemand die Hosti aber nicht möchte Dann bitte ich aber gerne ein Segen an!

00:10:07: Dann kommt zu mir und dann spreche ich einen Segen für dich.

00:10:11: Und das Ergebnis war stark.

00:10:14: Es sind haben alle die Host hier in Empfang genommen, haben Jesus genommen bis auf einer der sagte ich bitte um den Segen und dann habe ich ihn gesegnet.

00:10:21: also einer hat von der Freiheit Gebrauch gemacht und da ist es genommen und das erstaunlicherweise der der mir im Laufe des Tages sagte dass er heute wieder käme.

00:10:33: also ob ich die Frage stellte jetzt heute morgen wieder feiern.

00:10:38: großartig.

00:10:40: Jetzt bin ich natürlich... Ich habe also die Leute nicht gefragt, bist du katholisch?

00:10:43: Bist du evangelisch?

00:10:44: Bis zu irgendwas.

00:10:45: Sondern ich habe die Eucharistie gegeben.

00:10:48: Ich habe gesagt hier verehren wie Jesus in Präsenz.

00:10:53: Wir kennen mit den Augen des Glaubens in der gebrochenen Hostil Jesus selbst.

00:10:57: und dann hab' ich die Euucharistier gegeben und wer das bejaht hat, hat ihn bekommen!

00:11:01: Also ich weiß dass es Priester- und Seelsauger gibt oder Theologen, die sagen boah das war ein sehr weiter Umgang mit dem was uns heilig ist.

00:11:09: Aber das ist der Preis und ich glaube, dass es der Weg.

00:11:12: Das ist wunderbar!

00:11:14: Gestern hat das zum Segen geführt um zu einer Neugierde mit Gott irgendwie in Beziehung zu kommen.

00:11:21: Eine zweite Erzählung?

00:11:23: Kannst du noch?

00:11:23: Ich würde noch eine kleine Erzählung...

00:11:26: Ja, erzähle erst und dann hake ich ein.

00:11:28: Erzählen.

00:11:29: Also ... Stufe, eine Stufe aus einem berufsbildenden... ...Kolleg aus Norddeutschland.

00:11:39: Aus Ostfriesland zu uns zum ersten Mal.

00:11:42: Die waren geworben worden von einer Gruppe aus einer Nachbarstadt die schon dreimal bei uns war und die kommen zu... Das ist dann ne Neugründe oder ne neu zusammengebaute Oberstufe Und dann wird erzählt wie der Umgang an der Stufe ist mit künstlicher Intelligenz.

00:11:57: und die sollen ein bisschen miteinander in Kontakt kommen und die lernen ihre Lehrer im Kennen.

00:12:02: vor allem sie sollen Die SV-Lehrer sollen ihre Klassen, Sprecher oder Kurssprecher wählen.

00:12:07: So was machen die, die kommen drei Tage und diese neue Schule hat im Vorfeld schon gefragt ob dann die Möglichkeit einer Andacht gegeben sei.

00:12:15: das haben sie auf der Internetseite gefunden.

00:12:17: Das war schon in Mai da war ich noch gar nicht burchiger planen.

00:12:20: Dann war ich dann irgendwann hier.

00:12:21: es gab eine Kontaktaufnahme.

00:12:23: um mich wurde gesagt Es wäre schön wenn das Angebot stünde.

00:12:26: Sie wüssten nicht genau ob oder wie viele Leute kommen von hundertvierzig Menschen, weil das keine christliche Schule ist.

00:12:33: Keine Bekenntnisschule und auch so viel praktizierendes Christendom gar nicht vor Ort ist da oben im Norden.

00:12:38: So sagte die Lehrerin.

00:12:41: Ich sage kein Problem!

00:12:42: Ich bin da ich kann mich vorstellen und guck mir die Horde an die Stufe und dann baue ich irgendein Angebot ein Wort Gottesdienst eine Andacht wie auch immer.

00:12:53: Und das war dann am zweiten Abend.

00:12:55: Die waren drei Tage da, von Montag bis Mittwoch.

00:12:57: an Dienstagabend war die Andacht und natürlich hatte ich gesagt auch selber in der einen, also in Absprache der Lehrerinnen, dass es ein freiwilliges Angebot ist.

00:13:05: Also sind auch Muslima dabei eine Bundegruppe.

00:13:10: Dann haben sich die SchülerInnen am Montagabends mit Wein so aus der Welt katapultiert, dass irgendwie, ich glaube, so eine Art emotionale Erpressung stattfand.

00:13:20: Also die Lehrer waren alle natürlich total enttäuscht, persönlich enttäuscht.

00:13:23: Dass die Freiräume so missbraucht worden sind von den Schülern und dann war so.

00:13:27: ihr müsst glaube ich jetzt zur Andacht kommen.

00:13:30: also kurz um.

00:13:31: Ich war vorbereitet auf eine intrinsisch motivierte zwanzigköpfige Gruppe Und da waren aber auf einmal hundertvierzig inklusive aller Lehrkräfte Die mich als Kapelle war voll.

00:13:41: Das hat mich Latente hatte mich Latent überfordert!

00:13:44: Ich habe da den Freischömer gemacht habe ich ganz kurz ein Stoßgebet gesprochen, für mich so.

00:13:54: Und dann war das eine halbstündige heilige Zeit.

00:13:59: Drei Dinge sind wirklich gelungen und waren für mich selber ganz berührend.

00:14:04: Ich war selber beeindruckt von dieser Gruppe und von dem was da auf einmal zwischen uns war.

00:14:09: Das erste?

00:14:11: Ich wollte eigentlich bei sehr einfach drei Lieder singen wo ich davon ausgehe dass die keiner kennt aber ich hätte sie irgendwie eingeübt mit so zwanzig Leuten, die motiviert sind.

00:14:20: Das funktionierte nicht!

00:14:20: Ich habe nur ein Lied haben wir gesungen und zwar direkt am Anfang Und ich hab gesagt, wir müssen uns dafür hinstellen.

00:14:27: Wir stehen hier vor der Allmacht Gottes.

00:14:29: Es ist auch das Lied Vor dir stehen wir um dir zu singen Und wenn ihr nur den Refrain bezinkt dann ist schon viel gewonnen aber der muss den werdet ihr mitsingen.

00:14:37: und Dann Haben wir a cappella war.

00:14:39: auch ich lebe da musikalisch von der Hand in den Mund Und dann habe ich den Referent dreimal singen lassen, bis der dann saß und dann hab' ich die Strophen gesungen.

00:14:47: Ein paar haben da nicht wieder mit eingestiegen.

00:14:50: Kurzum dieser Referent – diese ganze Kapelle, diese sechzehn-sebzehnjährigen – haben gesungen!

00:14:56: Vielleicht das allererste Mal seit Langem, dass sie sich in einer Gruppe haben singend erleben können?

00:15:03: Wir sind ja in der Zeit von Blutusplayern und der Allgegenwart von abspielbarer Musik.

00:15:09: wenige... spielen ein Instrument, das Musik begleitet, also das Gesang begleitete.

00:15:15: Wann singt man selbst?

00:15:16: Und es war schön und es hatte eine Wucht, möchte ich sogar sagen.

00:15:23: Dann hat funktioniert eine Stille... Also ich habe aus dem Alten Testament den Lesungstext des Tages... Da bin ich... Das fasziniert mich!

00:15:32: Wie oft der Lesungstext des Tages

00:15:34: passt?!

00:15:34: Es ging darum... der einfach sagt mir brennt das Herz.

00:15:41: Ich könnte gar nicht weg rennen von meinem Auftrag, von Gott zu erzählen weil ich so entzündet bin.

00:15:47: Das geht gar nicht anders und ich habe gesagt also Leute ihr werdet schon auch aufwissen was das Richtige ist.

00:15:56: Weil in Ihnen euch eine Gerechtigkeit brennend, eine Flamme brenndt.

00:16:00: Ihr wisst schon was das richtige ist?

00:16:02: Und dann gilt es das zu tun!

00:16:05: Und das gilt es auch am Anfang des Schuljahres.

00:16:06: Natürlich habtest du ein bisschen oft das Schuljahr, das beginnende Schuljagemünscht Und dann war eine Stille da und die Stille war tief, intensiv und bestimmt vierminütig.

00:16:16: Ich hatte kurz gesagt Leute normalerweise wären jetzt für bitten dran.

00:16:19: ich habe keine Form.

00:16:19: reitet.

00:16:20: ihr selbst wisst.

00:16:21: ihr wisst selbst am besten was am Anfang dieses Schuljahres eure Sorge ist.

00:16:25: eure Bitte ist eure vielleicht Angst sogar Lichtes hin.

00:16:29: haltet das hin.

00:16:29: wir nennen dass Beten was wir jetzt machen und es geht nur erstmal jeder bei sich jeder in sich selbst Eine tiefe Stille.

00:16:40: Und das Letzte, was erstaunlicherweise funktioniert hat... Also wenn ich sage Funktioniert dann ist es ein Highlight Moment, weißt du?

00:16:47: Das war das Vater Unser!

00:16:48: Ich habe uns wieder hingestellt und da haben wir das Vater unser gebetet und das war eine Rückmeldung der Lehrkräfte, dass sie nicht gedacht hätten, dass das Vater unser noch so ne Wurzel ist.

00:17:01: So in der Pöste von der Generation.

00:17:05: Also kurz um es hat dazu geführt dass diese Schule bei uns an der Vorte gesagt hat, die kommen wieder nächstes Jahr.

00:17:13: Die müssen echt lange reisen.

00:17:15: also sie waren schon zwei Stunden auf einem Reißig unterwegs hier aber die kommen auch wegen der Anlacht was dazu geführt hat das ich schnell geguckt habe dass sich nächstes jahr wenn die wieder da sind weil das jetzt die Erwartungshaltung ist auf jeden Fall auch vor Ort bin.

00:17:29: Und das sind Begegnungen rund um Liturgie hier auf der Burg, die fallen mir so in den Schoß.

00:17:36: Manchmal muss ich mich ausstrecken und die pflücken diese Optionen aber manchmal fallen sie mir in den Shows.

00:17:42: Ich musste manchmal mutig sein.

00:17:46: Diese Hundertvierzig-Inner-Michaelskapelle von denen ich zuletzt erzählte haben mich auch heraus gefordert.

00:17:54: Richtig herausgefordert!

00:17:55: Ich stand auf unsicherem Grund.

00:17:58: Als ich die gesehen habe, merkte ich, ich bin unvorbereitet.

00:18:01: Auf das was mir da ... auf diese Gruppe war ich nicht vorbereitet und es passiert dann einfach.

00:18:06: Und dann gilt es mit einem Stoßgebet sich einzulassen und dann passiert das auch.

00:18:14: Weißt du?

00:18:14: Das ist neu weil in den Gemeinden der letzten Jahre wenn ich Gottesdienst gefeiert habe Ich wusste hier ist jetzt eine Schulstufe und die haben erst mal keinen Bock.

00:18:24: Ich wusste, hier kommt jetzt ... das ist jetzt ein Werktas-Kottesdienst und hier sind die dreißig Treuen in der Regel Frauen.

00:18:31: Dreißig treuen Frauen wollen von mir nicht höchste Theologie sondern sie wollen ihren Werktaskottes-Dienst.

00:18:38: riete, ertreckte so wie Sie es kennen, so wie sie seit fünfzig Jahren erleben.

00:18:42: Also in der Regel war ich gut vorbereitet auf das Auditorium Auf die Gruppe mit der ich Gott loben und ihn preisen will.

00:18:51: Und hier auf dem Burg ist mehr Improvisation, mehr heiliger Geist.

00:18:57: Mehr Spannung.

00:19:00: Ist super!

00:19:00: Ich

00:19:03: weiß nicht ob du das von der Musik her kennst.

00:19:04: Kennst du das Gefühl wenn du auf einem Instrument spielst und du beginnst zu improvisieren?

00:19:09: Es gibt ja zwei Möglichkeiten also kannst du ja improvisieren.

00:19:12: es klingt irgendwie nach gefuttert oder schlecht Und du kannst improvisieren.

00:19:15: hast das Gefühl alter Vater?

00:19:16: das klingt jetzt richtig geil.

00:19:20: Die Frage ist hier ist mal warum?

00:19:22: Und ich habe, wenn man sich so mal ein bisschen reflektiert stellt.

00:19:24: Man festst es hat was mit einem Selbstzutun.

00:19:26: Also wenn ich Musik mache, merke ich, in mir Ruhe spiele ich viel geiler als wenn ich vom Tag her aufgewühlt bin und unsicher bin.

00:19:38: Wenn ich mich einfach unsicher fühle und einfach sage, ich bin jetzt gerade nicht bei mir dann gehe ich aufs Instrument.

00:19:42: Das Instrument klingt nicht schön muss ich echt sagen.

00:19:44: das ist dann einfach grauenhaft.

00:19:46: Da gibt man nach Hause und sagt so heute war nix Und das ist das Gleiche in Grün.

00:19:54: Du hast gesagt, wir brauchen mehr Mut und deine Kollegen brauchen mehr mut als Amtskristin.

00:19:59: Wünsche ich mir!

00:20:03: Das hat ja wirklich ganz tiefe Wurzeln, die du angreifst.

00:20:09: Was dir heilig ist, ist sehr intim eigentlich.

00:20:13: Ein Gefühl, dass es mit dir verwurzelt.

00:20:15: Du bist

00:20:16: das was du machst.

00:20:17: Das kann man ja nicht mehr trennen bei dir.

00:20:18: Du kannst ja nicht sagen, ich bin der Jan und der Anderes ist der Heilige.

00:20:21: Sondern der andere glaubt ein anderes Jan.

00:20:24: Das heißt du bist Jan, der glaubt... ...und die ist etwas heilig!

00:20:28: Das heißt was du tust ist deine komplette Persönlichkeit offenbaren in dem Moment wo du immer auf jemanden zugehst und sagst hey, habt ihr Bock?

00:20:36: Das ist deine komplette Persöhnlichkeit, die den Moment oft die Leute schallert.

00:20:40: Und wirst du scheiße drauf werden, die dir nicht

00:20:41: folgen?!

00:20:43: Wenn du in dem moment nicht grinst oder wenn du in diesem Moment denkst, euer ich habe einen Zweifel, dann werden die dich angucken und auslachen Und das weißt du.

00:20:49: Und dieses Angstgefühlkorb schwingt natürlich bei deinen Kollegen genauso mit und Kolleginnen.

00:20:55: Ja, ja auch mit.

00:20:57: Also es muss man einfach klar sagen also und das kann ich dann sehr gut verstehen dass Leute sich in einem Rahmen lieber wohlfühlen und sagen ich habe ein sicheres Auditorium Ich kann hier meinen Zeug machen und kann nachher nach weiß danach welches Feedback ich kriege als zu sagen Jazz

00:21:11: Ja, Jazz!

00:21:12: Das war Jazz.

00:21:13: Ich mache hier viel mit dem logischen

00:21:16: Jazz.

00:21:18: Und jetzt kommt der Punkt.

00:21:21: in stabilen Zeiten macht Glaubens Jazz keinen Sinn weil die Leute wollen es sehen so und ist alles in Ordnung.

00:21:26: Jetzt in unsicheren Zeiten kann man nur jazz'n.

00:21:29: Es gibt keine Vorgabe da ist kein Dirigent Da ist nichts was läuft sondern alle sagen ja Wir haben selber gerade Probleme vor Ort.

00:21:36: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, da ist keiner beim Gottesdienst.

00:21:39: Da singen drei Leute.

00:21:40: bitte ich weiß es nicht was wir machen können.

00:21:42: Wir müssen jetzt improvisieren und dann kommen die Menschen auch vor die eben wie du sind und sagen ja dann mal Stoßgebet Dann mal wirklich das tun was sich eigentlich allen predige an sich selbst glauben und glauben Und dann durchziehen Das tust du.

00:22:00: Du bist ja gerade derjenige, der sich an sich selbst verprobt was du eigentlich von allen Leuten erzählst, was sie eigentlich über einen Tag tun sollen.

00:22:07: und das glaube ich kommt jetzt viel mehr zum Vorschein.

00:22:11: man kann sich nicht mehr rausnehmen.

00:22:12: Das was man predigt sollte man sich erst mal im Spiegel predigen und dann wird es etwas draus.

00:22:19: Auf jeden Fall gefällt mir Jazz Gefällt mir auch nicht vergesst.

00:22:24: Ich muss sagen müssen

00:22:27: das wird aber jetzt jeder, aber bitte die überschrift über diese folge ist klar ich mag jays.

00:22:36: Aber es braucht dass will ich noch vielleicht als zum schluss sagen was ich brauche damit ich mich da gut vor eine gruppe stellen kann is So zehn Minuten, also das vor.

00:22:48: ich habe jetzt keinen nicht mehr den Dienst eines Küsters einer Küsterin.

00:22:52: Es ist auch neu.

00:22:53: normalerweise wird man so so in den Gemeinden immer noch so ein Rundumpaket.

00:22:59: Also dann liegt da das Gewand und dann sind die Kerzen an und die Kredenz.

00:23:06: Die Kredens ist vorbereitet, also die liturgische Geschirr sag' ich mal und Brot und Fein.

00:23:12: Das ist vorbereitete es hier auf der Burg nicht?

00:23:15: Ich mache selber die Sackesteil.

00:23:17: Und das bedeutet, ich brauche sowieso schon für die Vorbereitung einer Messe oder eines Gottesdienstes so zwanzig-dreißig Minuten.

00:23:25: dann lüft' ich noch mal durch bevor da so eine Hormonporde kommt.

00:23:31: und diese halbe Stunde Das ist für mich aber der Boden der Vorbereitungen den brauche ich auch nicht und das ermöglicht dann vielleicht erst den JS

00:23:44: Hundert Prozent.

00:23:46: Jess kommt nur aus der Ruhe.

00:23:48: Guck dir mal Profis Jessa an auf der Bühne, die sind nicht fiddelig und angespannt, sie sind sehr entspannt.

00:23:54: Das können die das was die tun nicht.

00:23:56: Keine Chance.

00:23:57: Ach schön!

00:23:58: Guck mal jetzt habe ich dir meinen Kram erzählt und bin damit.

00:24:04: mit neuen Perspektiven gehe ich jetzt hier wieder raus auf das was ich dir erzählt habe.

00:24:07: Das ist auch... Das ist schön, das freut mich, war auch sehr spannend.

00:24:10: Segen einer Begegnung, schön

00:24:12: Ja, war wirklich sehr spannend was du erzählt hast.

00:24:14: Also ich konnte auch viel mitnehmen weil das ja nicht nur dich betrifft wie du auf Menschen zugehst sondern es hat ja etwas Generelles.

00:24:20: da kann jeder was für sich mitnehmen und dass das eine Begegnung immer damit beginnt wie ich drauf bin Und dass das wiederum jetzt sehr ernsthafter Reflexion zu tun hat.

00:24:31: und das was du tust am Anfang Das meditieren ehrlich gesagt das vor der Wirkliche in sich kehren.

00:24:36: wir brauchen das Wir brauchen das

00:24:41: Liebe Glaubensdenkerinnen und Glaubenstinker, wir brauchen das.

00:24:45: Ich wünsche allen heute einen Moment von Einkehr!

00:24:49: Ich auch.

00:24:51: Mach's gut!

00:24:52: Bis dann, tschüss!

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