Warum Gemeinschaft mehr ist als ein Livestream
Shownotes
Was passiert, wenn Glaube nicht nur konsumiert, sondern gemeinsam gelebt wird?
In dieser Folge sprechen Jan und Clemens über die wachsende Sehnsucht nach Gemeinschaft – besonders bei jungen Menschen, die sich taufen lassen oder neu auf Kirche zugehen. Es geht um die Frage, was digitale Formate leisten können (und was nicht), warum gemeinsames Beten Beziehungen verändert und weshalb echte Begegnung durch keinen Bildschirm vollständig zu ersetzen ist.
Ein Gespräch über Resonanz, Moral, Segen „per Fernseher“, neue Aufbrüche in der Kirche und die große Chance, Gemeinschaft heute neu zu denken.
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00:00:01: Clemens Weins Jan, wo finde ich dich heute?
00:00:04: Jan In besser Verfassung.
00:00:06: Clemens Weins Fantastisch.
00:00:08: Jan Und selber so.
00:00:10: Clemens Weins Ebenfalls, kann ich klagen.
00:00:12: Jan Das ist auch viel wert, wirklich.
00:00:14: Jan Das heißt, Familie, Kinder, gesund, hinreichend, alle da, wo sie hingehören, wäre wunderbar.
00:00:14: Clemens Weins Ich finde auch.
00:00:19: Clemens Weins Ist gerade alles in Ordnung.
00:00:20: Clemens Weins Ich kann mich gerade nicht beschweren.
00:00:22: Clemens Weins Nein, alles gut.
00:00:23: Jan Das muss man auch mal sagen, dass solche Morgende auch existieren.
00:00:27: Clemens Weins Genau.
00:00:29: Clemens Weins Ich sage jetzt nichts.
00:00:30: Clemens Weins Ich habe meine Hände hochgestreckt, aber ich habe nichts gesagt.
00:00:34: Clemens Weins Jan, was haben wir heute für ein Thema?
00:00:36: Clemens Weins Also ich hätte eins, aber ich frage an dich, was hast du denn für ein Thema für unsere Glaubensdenker und Glaubensdenkerinnen?
00:00:41: Jan Ich meine mich aus dem Verlauf des letzten Podcasts zu erinnern, dass wir uns für ein Thema schon fast entschieden hatten.
00:00:49: Clemens Weins Das stimmt.
00:00:49: Jan Kann das sein?
00:00:51: Clemens Weins Ja.
00:00:51: Jan Aber es ist so viel passiert seitdem, dass ich es gerade nicht nennen kann.
00:00:52: Clemens Weins Ja.
00:00:54: Jan Also du kannst mich ein bisschen überraschen mit dem, was du auf dem Herzen hast.
00:00:58: Clemens Weins Wir wollten auf jeden Fall weiter über das Thema Moral sprechen.
00:01:01: Clemens Weins Wir wollten über das Thema, ich glaube, das Thema generell, da wollten wir weiter drüber sprechen.
00:01:02: Jan Oh.
00:01:06: Clemens Weins Und ich habe gedacht, ich habe mich heute Morgen inspirieren lassen.
00:01:10: Clemens Weins Ich habe Heiko Persch, ein Pfarrer bei uns im Dorf, ist in der ARD-Mediathek gerade zu sehen.
00:01:17: Clemens Weins Mit drei Minuten hat er einen Impuls gegeben.
00:01:22: Clemens Weins Und ich habe mir den Impuls angeschaut.
00:01:24: Clemens Weins War schön, war sehr lustig, habe gelacht.
00:01:27: Jan Schön, Heiko.
00:01:27: Clemens Weins Und genau, danke Heiko.
00:01:27: Jan Glückwunsch.
00:01:28: Jan Schwerpunktmäßig in Frankreich.
00:01:28: Jan Ja.
00:01:30: Clemens Weins Und diese, und das werden wir auch nicht schaun, was machen.
00:01:33: Clemens Weins Und das, was er da beschreibt, also im Kern, hat er eine Sache gesagt, und zwar, dass sich junge Menschen taufen lassen.
00:01:43: Clemens Weins Dass wieder viele in die Kirche reingehen, entgegen den Trends, die vorhergesagt wurden.
00:01:53: Clemens Weins Frankreich.
00:01:53: Clemens Weins Genau, schwerpunktmäßig in Frankreich.
00:01:56: Clemens Weins Du scheinst auch die gleichen Statistiken zu lesen.
00:02:00: Jan Ich brauche da nicht tief in Statistiken zu gehen, weil es gibt Menschen, die voller Freude diese Zahlen oder diesen Trend wahrnehmen, der sich schwerpunktmäßig auf die Ile de France, also auf Zentralfrankreich, auf rund um Paris konzentriert und daraus abgeleitet wird ein
00:02:21: Jan Ja, eine Renaissance des Glaubens und ein kleiner Frühling der Kirche.
00:02:26: Jan Also die Menschen sehnen sich in den Kirchen nach Jugendlichkeit und Frische und Aufbrüchen.
00:02:34: Jan Und man glaubt es da zu finden und versucht jetzt Dinge abzuleiten, auch für die Kirchen in Deutschland.
00:02:41: Jan Also es wird sehr nach außen getragen.
00:02:42: Jan In meiner Bubble ist dieser Trend sehr präsent.
00:02:46: Clemens Weins Genau, und es ist auch so, dass jetzt auch Erwachsenentaufen wieder zunehmen.
00:02:50: Clemens Weins Auch interessant.
00:02:51: Jan Schwerpunktmäßig.
00:02:52: Jan Also das ganze Phänomen bezieht sich hauptsächlich auf Jugendliche beziehungsweise Erwachsenen.
00:02:54: Clemens Weins Ja.
00:02:58: Jan Also Jugendliche laufen auch als Erwachsene.
00:03:01: Jan Ab 14 ist man ja religionsmündig und es geht hauptsächlich um Erwachsenen-Torfen.
00:03:01: Clemens Weins Ah, okay.
00:03:06: Clemens Weins Geht also in eine Gruppe rein.
00:03:07: Clemens Weins Okay, sehr interessant.
00:03:08: Clemens Weins Und auch interessant ist vor allem, dass sie sich nicht immer für eine
00:03:15: Clemens Weins sagen wir mal, altbekannte Kirche entscheiden, sondern erst einmal für die Taufe.
00:03:17: Clemens Weins Also das heißt, erst einmal zu sagen, ich bekenne mich Jesus, Jesus Christus und seinem Herrn, aber nicht jetzt einem bestimmten Kirche, einer katholischen, evangelischen und sowas, sondern dass das gar nicht so im Vordergrund steht, sondern ehrlich gesagt, dieses Grundgedanke an Taufe und da nochmal einen Ankerpunkt zu haben.
00:03:38: Clemens Weins Das fand ich auch sehr faszinierend, dass man das schon voneinander gerade trennt.
00:03:42: Jan Das ist für mich neu.
00:03:44: Clemens Weins Aber nichtsdestotrotz ist ja interessant, dass, ich meine, letzten Endes lässt man sich ja auch dann von einem Pfarrer, Priester oder was auch immer taufen und dann geht es ja in eine Konfessionsrichtung ganz oft.
00:03:57: Clemens Weins Letzten Endes geht es aber auch viel in freikirchliche Dinge hinein, die jetzt nicht gerade einem Bistum zugerechnet werden können oder der EKD zugerechnet werden können, das ist immer so die Frage.
00:04:07: Clemens Weins Und nichtsdestotrotz, was ich super interessant fand, war, warum eigentlich die in die Kirche eintreten, was da die Hauptgründe für sind.
00:04:16: Clemens Weins Und da werden verschiedene Dinge genannt.
00:04:18: Clemens Weins Also einmal ist, das hast du auch schon mal erwähnt, das kann man hier nochmal sagen, ist es der Anker für die Polykrise.
00:04:22: Clemens Weins Das heißt wirklich zu sagen, es ist gerade so viel im Umbruch, dass man eigentlich mal was Stabiles wieder sucht.
00:04:31: Clemens Weins Und dass man darüber hinaus auch sagt, und dann geht es nicht nur um Freikirchen, sondern das ist zum Beispiel auch ein Grund zu sagen, ich will noch mal in sowas rein wie in ein jahrtausendaltes Fundament hinein.
00:04:43: Clemens Weins Also eine katholische Kirche zum Beispiel, die seit tausend von Jahren Bestand hat.
00:04:49: Clemens Weins Und das tut mal gut.
00:04:51: Clemens Weins Da kann man sich zumindest mal auf eine Sache verlassen.
00:04:54: Clemens Weins Das ist auch ein Grund, warum Leute die Sehnsucht verspüren, dann wieder noch mal einzutreten.
00:04:59: Clemens Weins Aber darüber hinaus gibt es noch viel mehr, zum Beispiel auch Sinnsuche.
00:05:03: Clemens Weins Also man hat dieses ganze Thema Konsum, Social Media, Instagram, TikTok, Konsum, Konsum, Konsum, dass die Jugend, auch ganz starke die Jugend, gar nicht mehr, dass sie verstanden hat, es reicht einfach nicht aus, jetzt irgendwie hier zu sagen, okay, jetzt bin ich irgendwie fitter oder jetzt habe ich da irgendwann mal was Schönes gekauft und jetzt fühle ich mich wieder wohl oder toll, dass der jetzt seinen Mercedes fährt.
00:05:25: Clemens Weins Aber ist das alles im Leben?
00:05:27: Clemens Weins Ist das alles im Leben?
00:05:28: Clemens Weins Und ich habe letztens auch einen Podcast gehört, da ging es um, da hat ein ehemaliger Fußballer vom FC Bayern über seine Depression erzählt und die erzählten so in diesem Podcast über die Probleme der Superreichen und Reichen.
00:05:45: Clemens Weins dass die mittlerweile auch zunehmend nach Sinn suchen, weil sie auch erkennen, irgendwie da fehlt doch was.
00:05:51: Clemens Weins Also ich kann doch nicht einfach nur dem Geld hinterher rennen wie ein Bekloppter.
00:05:55: Clemens Weins Also irgendwann merken die selber, da ist was, da fehlt was, da ist eine Lücke.
00:05:59: Clemens Weins Also passiert einmal da und bei den Jungen, die es halt schon von außen beobachten und sagen, seid ihr damit echt glücklich?
00:06:05: Clemens Weins Ist das wirklich das, was ihr wollt?
00:06:07: Clemens Weins Das war ein interessanter Grund.
00:06:08: Clemens Weins Dann
00:06:09: Clemens Weins Eben der nächste Grund, und den hast du auch schon erwähnt, die Influencer, also die Macht von Social Media im Sinne von, es gibt christliche Influencer, die da draußen rumrennen, gut und schlecht, die versuchen, Jugendliche zu locken, in verschiedene Kreise hinein.
00:06:25: Clemens Weins Auch das ist ein Grund, man lässt sich davon beeinflussen und Jugendliche suchen dort nach, okay, schön, dass es den Influencer gibt, aber wo in der realen Welt gibt es denn das jetzt auch?
00:06:35: Clemens Weins Und dann fangen die an mit ihren
00:06:37: Clemens Weins Gedanken und Ideen, die sie aus diesen Influencer-Videos kriegen, wie zum Beispiel auch auf dich, zuzurennen, zu sagen, wollen wir mal drüber reden und wir hätten Lust, noch mehr zu erfahren.
00:06:49: Clemens Weins Das ist auch was, was im Positiven wie im Negativen funktioniert.
00:06:54: Clemens Weins Und dann eben ganz zuletzt noch, und das ist wichtig, die Sehnsucht nach Gemeinschaft.
00:06:59: Clemens Weins Ja.
00:07:02: Jan Ja, und das ist spannend und macht mich irgendwie hoffnungsfroh, weil die Sehnsucht nach Gemeinschaft über die sozialen Medien allein nicht befriedigt wird.
00:07:12: Jan Also sie wird angeteasert und man kann sich aufgehoben fühlen in seiner Bubble.
00:07:16: Jan Ja, ich bin hier unter Gleichgesinnten und in meinem Feed wird mir das gespült, was mich selber bestärkt.
00:07:17: Clemens Weins Ganz genau.
00:07:21: Jan Und das befriedigt das oberflächlich für eine Weile.
00:07:25: Jan Aber tief kann das die präsentische Begegnung nicht ersetzen.
00:07:31: Jan Also nicht in die Tiefe.
00:07:32: Jan Und da habe ich Hoffnung, weil Vergesellschaftung und Vergemeinschaftung, gemeinschaftliches Auseinandersetzen über den Glauben, Begegnung gemeinschaftlich mit der Bibel oder dann letztlich schließlich das Thema vom letzten Mal, das gemeinsame Beten, also Gott in die Mitte holen und sich an Gott wenden in Gemeinschaft, das ist übers Internet kaum einzuholen.
00:07:58: Clemens Weins Die Frage ist jetzt, ja?
00:07:59: Jan Menschen, die, also ich habe am Montag eine interessante Begegnung gehabt, das war rührend wirklich.
00:07:59: Clemens Weins Ja.
00:08:06: Jan Es war Dienstag, es war, ich sprach vom Blasius-Segen, als wir das letzte Mal uns trafen.
00:08:12: Jan Der Gedenktag war am Dienstag, ich habe auch da eine Werktagsmesse gefeiert und habe da den üblichen,
00:08:17: Jan Und Seniorinnen und zwei, drei Senioren, die da zusammenkommen, regelmäßig, so dienstags habe ich den Segen auch nochmal angeboten.
00:08:24: Jan Und einige hatten ihn halt am Wochenende schon erhalten, einige in der Kirche.
00:08:28: Jan Und eine Frau war dabei, die hatte sich am Wochenende ein bisschen krank gefühlt, ein bisschen malat und war nicht zur Kirche gegangen, sondern hatte...
00:08:37: Jan der Messe am Fernseher beigewohnt, also hat da teilgenommen und hat auch am Fernseher den Blasius-Segen durch den Fernseher, also vom Medium vermittelt, den Segen erhalten und in ihrer Wahrnehmung war der Segen wirklich und wahrhaftig.
00:08:49: Clemens Weins Mhm.
00:08:49: Clemens Weins Mhm.
00:08:54: Jan Also der war echt.
00:08:56: Jan Und jetzt hatte ich gesagt, wer am Wochenende den Segen nicht erhalten hatte,
00:09:00: Jan Und der hat jetzt die Möglichkeit, den noch nach dieser Messe am Dienstag bei der Werktagsmesse zu bekommen, weil es einfach der Gedenktag war, der direkte Tag.
00:09:07: Jan Und es war gut, weil es waren ein paar Ordensschwestern da und eine arbeitete im Krankenhaus und hatte am Sonntag wohl nicht die Möglichkeit, den Segen zu erhalten.
00:09:14: Jan Und war heilfroh, dass sie jetzt am Dienstag den Segen erhalten konnte.
00:09:18: Jan Also mein Tun war erstmal gut, glaube ich.
00:09:21: Jan Aber das hatte jetzt diese Frau, die am Fernseher teilgenommen hatte, in eine Bredouille geworfen, weil die das auch ihren Freundinnen erzählt hatte.
00:09:30: Jan Die hatten gefragt, du warst am Sonntag nicht da, was war denn los, wir haben uns Sorgen gemacht.
00:09:33: Jan Ja, ich war nicht so gut zurecht und so.
00:09:35: Jan Ja, dann musst du jetzt zum Kaplan gehen und den Segen.
00:09:37: Jan Sie sagte, nee, aber ich habe doch am Fernseher schon teilgenommen.
00:09:40: Jan Und die Frage war, ist der Segen jetzt gut und richtig und wahr oder nicht?
00:09:45: Jan Also vom Medium vermittelt.
00:09:47: Clemens Weins Ja.
00:09:47: Jan Und es ist nicht so einfach zu beantworten.
00:09:47: Clemens Weins Ja.
00:09:47: Clemens Weins Klar, logisch, auf jeden Fall.
00:09:48: Clemens Weins Ja.
00:09:48: Clemens Weins Richtig.
00:09:48: Clemens Weins Ja.
00:09:49: Jan Sie selbst hatte das für sich klar und damit war es auch beantwortet.
00:09:55: Jan Aber die Wahrnehmung von Gemeinschaft und von Tiefe ist, wenn ich es präsentisch feiere, anders, als wenn ich vor einem Bildschirm sitze.
00:10:05: Jan Ja, wir sagen das jetzt so einfach, aber es muss errungen werden, also dieses Erkennen.
00:10:11: Jan Und die Jugendlichen, die sind so irgendwie, oder wir Menschen zurzeit hinter dem Smartphone-Bildschirm, sind ja Twitterwesen.
00:10:18: Jan Also wir sind ja teilweise in Gemeinschaft am Handy.
00:10:19: Clemens Weins Ja, das stimmt.
00:10:23: Jan Also es ist ja...
00:10:24: Jan Also es ist nicht so einfach zu beantworten.
00:10:28: Jan Und ich glaube, die Entwicklung ist auch noch nicht abgeschlossen.
00:10:30: Jan Also wir werden ringen, weiter ringen.
00:10:32: Jan Also wenn ich jetzt höre, dass die Fahrlehrer-Lobby, die Fahrschul-Lobby, die opponiert ja gerade gegen das neue Gesetz, dass irgendwie das entschlackt werden soll.
00:10:46: Jan Also die Fahrbefähigung, die Führerscheine, das soll einfacher werden und es soll mehr übers Handy oder mehr übers Internet laufen, über Online-Schulung.
00:10:54: Jan Und jetzt werden erstaunlicherweise ähnliche Argumente ins Feld geführt, weshalb das gar nicht so ganz so gut ist wie natürlich präsentischer Unterricht, wie auch in den Glaubensgemeinschaften gesagt wird, ja, also natürlich ist das Versammeln irgendwie besser und man kommt leichter ins lebendige Lernen und in die Lebendigkeit, in die Wahrnehmung, als wenn man hinterm Bildschirm sitzt.
00:11:18: Jan Also die ganze Gesellschaft lernt gerade.
00:11:18: Clemens Weins Ja, fasziniert.
00:11:20: Clemens Weins Ja, ja, genau, verstehe ich auch.
00:11:22: Clemens Weins Und es ist, wie gesagt, es gibt da kein Schwarz und kein Weiß, weil es irgendwo seine Berechtigung hat, was man machen will.
00:11:29: Jan Mhm.
00:11:29: Clemens Weins Im wirtschaftlichen Kontext gibt es, finde ich, für mich gibt es eine klare Regel für das Unternehmen jetzt, wenn man im Unternehmen arbeitet, wann man vor Ort ist und kommt,
00:11:37: Clemens Weins gemeinschaftlich was macht und wann man auch irgendwie, keine Ahnung, in der Karibik sitzen kann oder sonst wo und es eigentlich einfach egal ist, wo du arbeitest.
00:11:45: Clemens Weins Da gibt es eine ganz klar, aber das kannst du übertragen.
00:11:47: Clemens Weins Und zwar die Regel ist, wenn wir gemeinsam Wissen schaffen und erzeugen,
00:11:52: Clemens Weins Wirklich Wissen gemeinsam neu erschaffen müssen.
00:11:55: Clemens Weins Sind wir vor Ort, heißt bei mir die Regel.
00:11:57: Clemens Weins Da gibt es kein Remote.
00:11:58: Clemens Weins Da können wir nicht.
00:12:00: Clemens Weins Das reicht nicht aus, weil ich muss jemanden sehen, ich muss die Körperhaltung sehen, ich muss verstehen, ist der jetzt gerade dabei, denkt er mit oder schaltet die Person schon ab?
00:12:07: Clemens Weins Weil wir ja zusammen Wissen schaffen, müssen wir ja gemeinsam schwingen.
00:12:10: Clemens Weins Wir müssen ja gemeinsam an etwas ringen, müssen die Wände vollmalen, wir müssen gucken, ob was geht.
00:12:15: Clemens Weins Das kannst du nur...
00:12:17: Clemens Weins zusammen und es ist viel, viel effizienter erst einmal, da geht es effizient, aber auch viel umfangreicher, weil du nämlich auch an Reaktionen schon merkst, oh, da denk gerade nach, oh, vielleicht war die Idee doch doof, oder hier, vielleicht war die fantastisch, da sehe ich die Augen glänzen gerade, oh, da kann man ja doch was machen.
00:12:34: Clemens Weins Und das ist vor Ort eine ganz, ganz, ganz andere Tiefe und Sache, die man machen kann.
00:12:38: Clemens Weins Und übertragbar in alle anderen Bereiche gilt das genauso.
00:12:41: Jan Ja, jetzt bin ich aber jetzt, der Gedanke, der belebt mich gerade und zwar, also kann man, würden wir davon sagen, dass in der Kirche Wissen neu geschaffen wird?
00:12:53: Clemens Weins Das ist die Frage jetzt.
00:12:53: Jan Das ist ein spannender Gedanke.
00:12:55: Clemens Weins Oder Emotionen neu geschaffen werden.
00:12:57: Jan Und ich würde es bejahen.
00:12:59: Jan Also sofort impulsiv aus dem Bauhaus würde ich sagen, ja.
00:13:04: Jan Und das ist aber ganz sicher diskutabel, weil man da jetzt Räume abstecken muss, wo wird Wissen neu geschaffen und wo wird das Wissen quasi als Feuer weitergereicht aus der Vergangenheit.
00:13:10: Clemens Weins Ja.
00:13:14: Clemens Weins Genutzt.
00:13:17: Clemens Weins Richtig.
00:13:17: Clemens Weins Wo beziehe ich es einfach nur?
00:13:19: Clemens Weins Wo lese ich was für mich?
00:13:20: Jan Aber für die Jugendlichen, das war ja der Ausgangspunkt dieses Gesprächs, die Jugendlichen oder die jungen Leute, die jungen Erwachsenen, die sich jetzt taufen lassen und du sagtest schließlich, ein Impuls ist die Suche nach Vergemeinschaftung, nach Gemeinschaft, also nach einer wahrhaftigen Gemeinschaft, nach was Echtem.
00:13:21: Clemens Weins Sowas.
00:13:34: Clemens Weins Ja, ja.
00:13:34: Clemens Weins Und weißt du, woran das liegt?
00:13:34: Clemens Weins Ja, ja.
00:13:34: Clemens Weins Ja, genau.
00:13:35: Clemens Weins Schutzraum.
00:13:35: Clemens Weins Ja, genau.
00:13:38: Jan Wo ich vielleicht auch sein kann, wie ich bin.
00:13:42: Jan Also erstmal, erstmal.
00:13:44: Jan Ohne über Leistungen mich einkaufen zu müssen.
00:13:51: Jan Diese Menschen, die da kommen, in der Regel sind es, also die, die sich da taufen lassen, die waren zum großen Teil vorher nicht.
00:14:01: Jan Unbeleckt, also ich glaube nur ein Drittel kommt schon aus dem kirchlichen oder praktizierenden Milieu.
00:14:10: Jan Das hat was damit zu tun, dass in der Regel im kirchlichen Milieu jung getauft wird, Babys werden getauft.
00:14:14: Jan Das heißt, die, die jetzt als Erwachsene getauft werden, die sind, in der Regel kommen die irgendwie, ja, durch Biografien, durch Lebenswege, durch verrückte Wege manchmal.
00:14:25: Jan Zum Glauben an Jesus Christus.
00:14:27: Jan Und dann ist noch die Frage, in welche Glaubensgemeinschaft werden sie aufgenommen und initiiert durch die Taufe.
00:14:31: Clemens Weins Ja.
00:14:31: Clemens Weins Und dieses gemeinsame, gemeinschaftliche, ja.
00:14:32: Clemens Weins Ja.
00:14:34: Jan Da gibt es was zu lernen.
00:14:36: Jan Also für die Menschen ist die Bibel der Glaube, die Trinität der Glaube an die Dreifaltigkeit, also erstmal zu lernen, zu entdecken.
00:14:46: Jan Ja.
00:14:47: Jan Und das ist so, das ist ganz spannend, das hat einen Impact, also für die katholische Kirche kann ich das gerade nur beschreiben, ich habe gerade wirklich just vor zwei, drei Tagen gelesen, dass im Großraum Paris, der, es wird ein Kardinal sein, ja wahrscheinlich, also der Oberkirche da, der hat jetzt da so eine, ein Provinz,
00:15:11: Jan wie hat das genannt, Konzil, ein Provinzkonzil, anberaumt, weil er feststellte, die 10.000, im Großraum sind es glaube ich 10.000, die da jetzt im letzten Kalenderjahr getauft wurden und davon, das scheinen die Erwachsenen zu sein, also es ist eine erkleckliche Zahl.
00:15:26: Jan Ich meine, es ist eine Großstadt, es ist ein unfassbar urbaner großer Raum, da leben Millionen Menschen und da sind jetzt 10.000
00:15:35: Jan Ist eine große Zahl für sich, aber relativ gesehen ist es auch irgendwie handelbar.
00:15:39: Clemens Weins Ja.
00:15:39: Clemens Weins Ja.
00:15:43: Jan Aber weil die Kirche so geschrumpft war, also säkular, Frankreich sehr säkular, laizistisch durch und durch, stellt diese Zahl die Strukturen, die Infrastrukturen, auch die sozialen Strukturen vor enorme Herausforderungen.
00:15:56: Jan Also da drängen jetzt auf einmal Menschen, möglicherweise auch in Fahrgremien, die
00:16:03: Jan ...neu sind, neuen Wind mitbringen, vielleicht auch noch nicht so viel Ahnung haben......und es braucht eine Willkommenskultur.
00:16:09: Jan Die schreiben wir uns schön auf die Fahne überall......aber da muss die auf einmal mit Leben gefüllt werden, diese Willkommensstruktur......und zwar neu.
00:16:12: Clemens Weins Richtig.
00:16:12: Clemens Weins Richtig.
00:16:16: Jan Es muss was erfunden werden.
00:16:18: Jan Also da muss wirklich jetzt ein Learning her...
00:16:21: Jan Und genau was du gerade beschreibst, wenn was gelernt werden soll, womöglich synodal in Gemeinschaft mit Geist, das ist ja auch noch so ein Überbau, den wir mitbringen, hat da der Oberbischof, der wahrscheinlich, ich glaube es ist ein Erzbischof oder ein Kardinal, hat jetzt gesagt, wir müssen uns treffen.
00:16:38: Jan Wir brauchen jetzt hier ein Provinzkonzil.
00:16:41: Clemens Weins Richtig.
00:16:42: Jan Also ich werde das aus der Ferne verfolgen und...
00:16:47: Jan Also zu der Geschichte dort gehört auch, dass sie traditionell sind.
00:16:51: Jan Also die, die da kommen, die docken an über wirklich traditionelle, vielleicht sogar traditionalistische Gemeinschaften.
00:17:00: Jan Es gibt in Frankreich einige, gerade wegen der Laizität, geistige Gemeinschaften, die sich eine ordentliche, traditionelle Gemeinschaft
00:17:10: Jan Färbung geben, Immanuel Gemeinschaft, die Gemeinschaft Saint-Martin, die sind wirklich, also in Saint-Martin zeichnen sich die Priester konsequent durch, ich glaube sogar Soutane aus und sind immer erkennbar und machen viel so Heilung und Beichte, Buße ist da viel Thema, also wirklich straight und das verfängt, das ist gerade attraktiv.
00:17:36: Clemens Weins Interessant.
00:17:38: Clemens Weins Und jetzt für den Segen zum Beispiel, was du eben gesagt hast, ist das vom Fernseher in Ordnung oder ist es gemeinschaftlich besser?
00:17:50: Clemens Weins Das hat ja auch was damit zu tun, also mit dem Verfangen, was du gerade beschrieben hast, hat das damit zu tun, wenn du vor Ort bist und mit den Leuten sprichst und die Leute,
00:18:00: Clemens Weins Und du jemanden spürst, wie er selber glänzt für das, was er da tut.
00:18:05: Clemens Weins Und man dann gemeinsam überlegt, wie kannst du im Kontext glauben, die Welt neu entdecken.
00:18:10: Clemens Weins Und in dem Kontext du auch noch sehr stringent bist in dem, was du tust und nachverfolgbar.
00:18:15: Clemens Weins Da hat das natürlich eine unglaubliche Wirkkraft.
00:18:18: Clemens Weins Jetzt ist es so, dass Menschen nicht immer alle vor Ort sein können.
00:18:20: Clemens Weins Das ist mir vollkommen klar.
00:18:21: Clemens Weins Und da ist moderne Technologien dankbar, gut dafür, um auch vom Bildschirm zu sitzen.
00:18:28: Clemens Weins Aber da ändert sich das Format.
00:18:31: Clemens Weins Dann hörst du in dem Moment sehr stark auf, Wissen zu schaffen, weil es in der Form
00:18:31: Jan Vielen Dank.
00:18:36: Clemens Weins schon gar nicht geht.
00:18:37: Clemens Weins Das überfordert die Menschen vom Bildschirm.
00:18:39: Clemens Weins Das heißt, hier gehst du mehr in die Entsenden hinein.
00:18:42: Clemens Weins Hier gehst du mehr ins gemeinsame, also vor allem, wenn es mehrere Leute sind, da gehst du vor allem ins gemeinsame Inhalte übertragen rein und vorlesen und reflektieren und jemand gibt was, das es hat, was wir mit Wissen nutzen und für sich verarbeiten zu tun.
00:18:58: Clemens Weins Das kannst du auch mal online machen.
00:19:01: Clemens Weins Da schafft man nichts Neues, sondern dann nutzt man das Bestehende und verarbeitet es für sich und tauscht es aus.
00:19:07: Clemens Weins Das ist ein bisschen anders und deswegen kann man da stark trennen.
00:19:11: Clemens Weins Deswegen ein Segen zum Beispiel, ja, ich würde sagen, der ist über den Bildschirm machbar und wirkvoll, weil du es nutzt.
00:19:17: Jan Es ist theologisch und theologisch ja auch festgestellt.
00:19:19: Clemens Weins Vollkommen in Ordnung.
00:19:20: Clemens Weins Ja.
00:19:22: Jan Also festgestellt im Sinne von, weißt du, die Kirchen beschäftigen sich manchmal mit Luftschlössern und Elfenbeinturmspielen irgendwie.
00:19:22: Clemens Weins Ja.
00:19:32: Jan Aber an der Stelle wurde gerungen und wurde gesagt, nein, das ist wirksam.
00:19:35: Jan Also dieser Gedanke, das ist sehr berühmt im Katholischen, der Urbi et Orbi.
00:19:36: Clemens Weins Ja.
00:19:36: Clemens Weins Mhm.
00:19:36: Clemens Weins Mhm.
00:19:42: Jan der Segen des Papstes über Stadt und Länder, also Welt eigentlich, ja, Stadt und Land, Uwe B. Elobi, den Weltkreis, so, Stadt und Weltkreis.
00:19:51: Jan Ja, und da sitzen auch meine Eltern, Weihnachten oder auch mal Ostern, vorm Fernseher, und gucken sich mal kurz nochmal den Papst an.
00:19:58: Jan Das ist ein bisschen, also da sieht man die bunten Anzüge und die Schweizer Garde und die Massen und Rom wird ein bisschen gezeigt, aber
00:20:08: Jan eben auch der Urbi et Orbi, der Segen.
00:20:11: Jan Und der bekommt eine Wirklichkeit, wenn die Menschen mit einer Sehnsucht auf das reagieren, was da gerade passiert.
00:20:17: Clemens Weins Das ist es.
00:20:19: Jan Also wie schön wäre das, wenn das wahr wäre, wenn der Papst da jetzt einfach mal der ganzen Welt und es gibt wenigstens auf diesem Platz und an diesem Bildschirm gerade das Gefühl von, es gibt Grund und Hoffnung für die Annahme, die Welt hat eine Chance.
00:20:19: Clemens Weins Das ist es.
00:20:22: Clemens Weins Ja.
00:20:36: Clemens Weins Ja, genau.
00:20:37: Clemens Weins Und das ist die Chance, die wir gerade sehen, wenn die Jugendlichen sagen, wir haben Lust auf Gemeinschaft.
00:20:43: Clemens Weins Wir sind, und das geht um Resonanz,
00:20:47: Clemens Weins dieses Resonanzgefühl zu entwickeln, wir sind da etwas verkommen.
00:20:51: Clemens Weins Also das ist zurückgegangen.
00:20:53: Clemens Weins Das Resonanzorgan ist etwas abgeflacht, würde ich mal sagen.
00:21:00: Clemens Weins Das behaupte ich wirklich ganz steif, wenn man durch ständiges nur in Social Media rumflackern, flacht das ab, hundertprozentig.
00:21:09: Clemens Weins Je weniger man sich unter Menschen begibt und mit Menschen trifft,
00:21:12: Clemens Weins desto weniger hat man ein Gefühl dafür, desto hölzerner wirkt man in einer Gemeinschaft.
00:21:17: Clemens Weins Dass man sagt Hallo und man antwortet nicht oder man geht aus dem Raum und sagt nicht Tschüss oder man hält nicht die Tür auf.
00:21:23: Clemens Weins Also es gibt so ganz kleine Signale, wo du merkst, Junge, Junge, Junge,
00:21:28: Clemens Weins Das ist schräg.
00:21:30: Clemens Weins Das ist normal, wenn du mal eine Woche lang jetzt mit einer Gemeinschaft gelebt hast, hast du gelernt, dass du jemandem die Tür aufhältst, dass du freundlich Hallo sagst, dass du auch wieder Tschüss sagst.
00:21:39: Clemens Weins Das lernt man dann wieder schnell, aber das verlernt man auch ganz stark, weil wenn man nur online unterwegs ist, gibt es diese Geflogenheiten nicht.
00:21:47: Jan Ja, also...
00:21:48: Clemens Weins Und das ist, oder verkümmert zumindest.
00:21:51: Clemens Weins Und das sind so Kleinigkeiten, woran man das merkt.
00:21:54: Clemens Weins Und da haben wir jetzt eine Chance,
00:21:56: Clemens Weins wenn wir jetzt wieder zum Thema Moral kommen, wir haben eine Chance, hier wieder etwas gerade zu biegen.
00:22:01: Clemens Weins Wenn die Sehnsucht nach Gemeinschaft da ist, müssen wir diesen Raum füllen und auch wieder beantworten und aber dann eben auch richtig füllen.
00:22:12: Jan Also erstmal freue ich mich über den Impuls von Heiko und dass du den aufgreifst und mitbringst, weil der mich auch mit allen Fragezeichen, die ich so drumherum aufstelle, mit Hoffnung füllt.
00:22:26: Clemens Weins Ja.
00:22:26: Jan Also ich bin mal gespannt, wo die Reise hingeht.
00:22:30: Jan Es gibt Chancen, es gibt Chancen, die waren vor...
00:22:33: Jan weiß ich nicht, vor fünf Jahren, vor einem halben Jahrzehnt, bezogen auf Kirche und die aktuell junge Generation, gab es nicht.
00:22:40: Clemens Weins Ja.
00:22:40: Clemens Weins Ja.
00:22:40: Clemens Weins Ja.
00:22:41: Jan Also die waren nicht da.
00:22:43: Jan Jetzt gibt es da so ein Pflänzchen, da flackert so ein bisschen was auf, da ist die Tür ein Spaltbreit offen, man denkt so, aha, schau an, was passiert denn da, was geht da?
00:22:53: Jan Also ich bin mal gespannt.
00:22:55: Clemens Weins Ich bin gespannt, was du draus machst, Jan.
00:22:56: Clemens Weins Aber wir werden mit dieser Reise mit dir gehen.
00:22:59: Clemens Weins Dann kannst du mir das irgendwann wieder erzählen.
00:23:00: Jan Ja, no pressure, no pressure.
00:23:01: Clemens Weins Ja.
00:23:02: Jan Ja, ja, danke, danke.
00:23:03: Jan Auf jeden Fall, dass ich nicht wusste, mit meiner Zeit was anzufangen heute.
00:23:06: Jan Gut, danke, ich bin so immer eine Hilfe.
00:23:11: Clemens Weins Hey, du, dafür bin ich da.
00:23:13: Clemens Weins Dafür bin ich da.
00:23:14: Jan Ja, Programm gegen Langeweile, danke dir.
00:23:16: Clemens Weins Dann wünsche ich uns noch weiterhin einen schönen Tag.
00:23:18: Clemens Weins Einen schönen Tag auf jeden Fall.
00:23:19: Clemens Weins Und dann würden wir sagen, wir hören uns wieder.
00:23:20: Jan Gleichfalls, wir hören uns.
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